Die Führung der Massen und die marxistische Kenntnisstheorie

M.P.M. (Arenas)
Antorcha N.2 Januar 1998

Inhalt:

  Inhalt
  Die Verbindung des Marxismus-Leninismus mit der Massenbewegung
  Die Einheit van Theorie und Praxis
  Die unterschiedlichen Aufgaben des empirischen und theoretischen Denkens
  Der Übergang vom abstrakten zum konkreten Wissen
  Der absolute und relative Aspekt der Sichtweise der Praxis

In seinem bekannten Werk mit dem Titel "Vom utopischen Sozialismus zum wissenschaftlichen Sozialismus", Engels begründete in klarer Art und Weise das Prinzip welches in den Beziehungen zwischen der komm. Partei und der Arbeiterklasse regiert. "Der wissenschaftlichen Sozialismus -schrieb Engels- Ausdruck der Theorie der Arbeiterbewegung; ist der Aufruf zur Untersuchung der historischen Bedingungen und mit diesem das Wesen selbst dieser Handlung (der pral. Revolution), der Aufruf zur Revolution, sowie der Aufruf der unterdrückten Klasse die Kenntnisse über die Bedingungen und ihrer Handlungen zu vennitteln"(1).

Das ist auch die Auffassung die im "Manifest der Kommunistischen Partei" ausgedrückt wird, das die Kommunisten "den Vorteil der klaren Ideen über die Handlungen, den Verlauf und die allgemeinen Ergebnisse der Bewegung" besitzen. Auf der Basis der Kenntnisse über die kapitalistlsche Produktionsweise, ihrer grundlegenden Wiedersprüche und der unausweichlichen Entwicklung des Klassenkampfes, Marx und Engels stellten die notwendigen Bedingungen für den Übergang zum Sozialismus und Kommunismus auf und im selben Moment beben die Notwendigkeit der Partei als unverzichtbares Werkzeug der Revolution hervor. Das waren nicht etwa erfundene oder endeckte Ideen um "aus diesem oder jenem Grund die Welt zu verandern", sondern "der Ausdruck der Gesamtheit der reellen Bedingungen des existierenden Klassenkampfes, der historischen Bewegung die sich vor unseren Augen entwickelt"(2). Es ist wohl bekannt, das Lenin, anlehnend an die Ideen van Marx und Engels, selle Gedanken für den Kampf gegen Anarchismus und Revisionismus entwickelt hato Ausgehend, genauer gesagt, van einer radikalen Kritik ohne Zugesmndnisse des Spontanismus, welche heute irnmer noch ihre Gültigkeit für uns besitzen. Die Arbeiter van sich selbst heraus konnten kein sozialdemokratisches Bewusstsein besitzen. Das konnte nur van aufien in sie eindringen. Die Geschichte der Lander beweist, das die Arbeiterklasse aus eigener Kraft nur in der Lage ist ein gewerkschafliches Bewusstsein zu entwickeln, d.h. die Überzeugung van der Notwendigkeit des Zusammenschlusses in Gewerkschaften zu begreifen, gegen die Herren zu kampfen, van der Regierung die Verbreitung dieser oder jener Gesetze zu gegen die herren zu kämpfen, von der Regierung die Verbtritung dieser oder jener Gesetze zu gegen fordern die den Arbeitern nützen, usw"(3).

Cumbre chino-soviéticaLenin erlauterte dieses Konzept mit einem Zitat van Kautsky: "...der Sozialismus, als Lehre, hat seine Wurzeln in den gegenwartigen ökon. Zustanden, genau wie der Klassenkampf des Proletariats, und genau wie dieser entsteht er aus dem Elend und der Annut die der Kapitalismus erzeugt; aber der Sozialismus und der Klassenkampf treten nebeneinander auf und entstehen nicht der eine aus dem anderen, sie entstehen aus anderen Vorbedingungen. Das moderne sozialistische Bewusstsein kann nur auf der Basis einer tiefen wissenschaftlichen Erkenntniss entstehen. In der Tat, die zeitgenössigen ökon. Wissenschaft stellt eine der Bedingungen der sozialistischen Produktion dar, die selbe wie, Zum Beispiel die moderne Technik und die Arbeiterklasse kann, so sehr sie auch will, nicht die eine oder andere erschaffen. Beide entstehen aus den gegenwartigen sozialen Prozessen. Aber das Proletariat ist nicht der Trager der Wissenschaft, sondern die bürgerlichen Intellektuelen (unterstrichen van C.K.) Also, das sozialistische Bewusstsein ist etwas, das van aufien in den Kampf der Arbeiterklasse eingebracht worden ist und nicht etwas was spontan endstanden ist"(4). Hier endet Lenin rnit der Bestatigung, in einem scheinbaren Wiederspruch mit dem oben angeführten, das "das die spontane Entwicklung der Arbeiterbewegung genau auf ein Unterordnung unter die bürgerliche Ideologie zuführt [...] woraus hervorgeht das unsere Aufgabe, die Aufgabe der Sozialdemokratie, es ist gegen den Spontanismus zu kampfen"(5). Der Sozialismus van Marx und Engels, van Lenin, Stalin und Mao ist der ernsthafte Versuch die Praxis des Klassenkampfes (der Bewegung die "vor unseren Augen" ablauft) in den Kenntnissen die man bereits besitzt zu begründen, sie bewusst zu machen, die "utopistischen", oportunistischen und spontanen Elemente zu unterdrücken, die darum fingen, wieder und wieder, zu falschen Wegen. zu führen welche bereits abgedroschen oder geradewegs reaktionar sind.

Es ist ein Allgemeinplatz zu bestatigen das es Manner und Frauen sind und nicht Götter, Persönlichkeiten oder Staaten welche Geschichte machen. Aber die Menschen machen nicht unter jeden Bedingungen Geschichte und vor allem nicht jede Art van Geschichte. Marx bestand mit Nachdruck auf diesem Aspekt. Er sprach nicht vom abstrakten Menschen sondem stellte immer die Klassen heraus, er bezog sich auf den historischen Menschen, "real und lebendig". Er sagte das, "der Mensch seine eigene Geschichte macht, aber unter vorgegebenen Bedingungen". Die Spontanisten stellten unter diesen Bedingungen den ökon. Typ hervor. Sie verstehen nicht, das der Kampf um den Sozialismus einen speziellen Charakter besitzt, der ihn van allen vorhergegangenen Kampfen unterscheidet und nur beginnt, wenn die Arbeiterklasse das Bewusstsein seiner Notwendigkeit erlangt und sich organisiert um ihn auszuführen. In diesem Prozess ist die Arbeit der Partei als Trager dieses Bewusstseins unerlasslich.

Was hier hervorsticht ist dieses Bewusstsein und nicht die Partei als Organisation, weil es wohl bekannt ist, das eine solche Partei degenerieren, sich von den Massen trennen und die Ziele und Aufgaben aufgeben kann, die sie am Anfang inspiriert haben (wie alle wissen wie oft das in der Geschichte vorgekommen ist). Trotz allem, diese "Unfälle" dürfen nicht zur Aufgabe dieses unverzichtbaren Werkzeugs der Revolution führen. Was in jedem Fall zu tun ist, ist zu verhindem das ihre Schneide (der Partei) stumpf wird und das das Bürgertum, wenn der Moment kommt, sie degeneriert und gegen die Arbeiterbewegung einsetzt. Das ist ein Problem dessen Lösung zum Teil van der Anwendung der "Führung der Massen" abhangt, aber vor allem van einer marxistisch-leninistischen Führung. Das ist so weil, wenn wir uns an die Massen wenden, stellt sich uns immer die Frage wohin wir sie lenken sollen, welches sind die sofortigen Aufgaben, welches die langfristigen Ziele ihrer Aktionen, welches sind die Vorgehensweisen des Kampfes, wie sind sie zu organisieren, usw. . So gesagt, die Partei wendet sich nicht an die Massen wie an einen Schüler weil im allgemeinen sie mehr zu lehren hat als van den Massen zu lemen ist. Wenn das Gegenteil der Fall wahre, wahre die Funktion der Partei unnötig.

Seit Anfang an, die Gründung der Partei als Trager des Bewusstseins und als Instrument der revolutionaren Bewegung erzeugt einen Wiederspruch der sich in der Beziehung zu den Massen ausdrückt und sich im Schoß der Partei wiederspiegelt. Die komm. Parteien haben oft versucht diesen Wiederspruch mit einer engen Bindung an die Massen und die Anwendung des demokratischen Zentralismus im Inneren der Partei zu lösen. In eigentümlicher Weise bestand Lenin auf der Notwendigkeit Augenmerk auf die unmittelbaren Notwendigkeiten der Massen zu haben und van ihnen zu lemen wie der Meister vom Schüler. Von seiner Seite schon Marx hat darauf hingewiesen, "das der Lehrer ausgebildet werden muß". So gesagt, die Partei als der Teil mit dem größten Bewusstsein, muß nicht nur die Massen lehren sondem auch van ihnen lemen. Die Massen können sich nicht allein fortbilden und ihr politisches Bewusstsein beben ohne die Arbeit der Partei in ihren Reihen und die Partei für ihren Teil, wenn sie nicht van den Massen lemt, neigt dazu einen "Elite" zu werden, sich van den Massen zu trennen, wird bürokratisch und degeniert unheilbar. Aber das soll nicht heißen das wir die Rollen tauschen müßen, was auserdem unmöglich ist. Welche sich für eine revolutionare Massenbewegung ohne Führung und klare Ziele einsetzen, was sie in Wirklichkeit verstecken ist nichts ande res als der Vorwand die Massen "nach nirgendwo" zu "führen", oder wie es oft vorkommt zu bürgerlichen, reformistischen Zielen. Das führt zu der Erkenntniss das die Existens einer echten revolutionaren Massenbewegung die nicht in ihrem Inneren über einen klaren und disziplinierten Sektor verfügt unmöglich ist.

Die Verbindung des Marxismus-Leninismus mit der Massenbewegung

Das Problem was wir gerade aufgezeigt haben beschaftigt sich in der Hauptsache mit dem Verhaltniss der Partei mit den Massen und der Rolle die die Massen, geführt von der Partei, in der Entwicklung und der Anwendung der politischen Linie spielen, eine Frage die sich in dem Prinzip "Von den Massen zu den Massen" zusammenfassen last, was einige Maoisten als nichts weniger als das Fundament der Marxismus-Leninismus hervorheben.

"In jeder praktischen Arbeit die unsere Partei ausführt, jede Führung ist notwendigerweise 'von den Massen zu den Massen'. Das bedeutet: Aufnehmen der Ideen der Massen {verteilt und nicht systematisch) und sie zusarnmenfassen (Umwandlung mit Hilfe der Wissenschaft in systematische und ausgearbeitete Ideen) um sie spater zu den Massen zu tragen, sie zu verbreiten und zu erklaren, so das die Massen sie aufnehmen kannen, sie in ihnen Vortbestehen und sie sich in Aktionen verwandeln und danach diese Aktionen auswerten, verarbeiten und wieder zu den Massen zu führen. Das wiederholt sich unendlich und die Ideen erhalten irnmer mehr Richtigkeit, werden lebendiger und reicher an Inhalten. Das ist die marxistische Erkenntnisstheorie"(6).

Es handelt sich wie wir sehen um ein Problem der Praxis mit deutlicher Einbeziehung der Theorie, was wir nicht leugnen, wenn sich eine kornm. Organisation in ihrer Entstehungphase befindet. Es ist in solch eine Situation wenn Satze auftauchen wie: "die Praxis ist blind wenn sie nicht van einer revolutionären Theorie geführt wird" und "ohne fortschrittliche revolutionäre Theorie kann es auch keine fortschrittliche revolutionare Massenbewegung geben", Satze die hier ihre volle Bedeutung erlangen. Diese Satze van Lenin, Stalin und vi el en anderen die wir aus den Klassikern ziehen kannen lassen keine Ungewissheit über die Wichtigkeit und die Notwendigkeit einer revolutionaren Theorie, welche voranzustellen ist an jede Form van Massenbewegung der cine politische Orientierung der Klasse fehlt. Von hier leitet sich die wichtigste Aufgabe einer komm. Organisation, die eine Partei autbauen will, ab. Die Entwicklung der Revolutionstheorie in jedem Land (Strategie, Taktik, Programm) ist eine Aufgabe die eng mit dem Autbau der Partei verbunden ist, weil es diese Theorie ist, die es ihr ermaglicht sich mit den Massen zu verbinden, in ihnen zu arbeiten und sie zur Revolution zu führen. Wir wollen damit nicht sagen das das es eine einfache Aufgabe die sich in einigen Monaten oder labren durchführen läst. Wir wollen aufzeigen, das nur auf dieser Basis sich eine echte revolutionare Massenbewegung entwickeln kann. Wie Lenin aufzeigt, die theoretische Arbeit der Kommunisten ist "das Studium aller existierenden Formen der ökon. Wiedersprüche [...] das Studium seiner Bindungungen und die daraus folgenden Entwicklungen; die Aufdeckung der unversanlichen Wiedersprüche wo sie van der politischen Geschichte, van juristischen Eigenheiten und den aufgestellten politischen Theorien verdeckt werden. Sie muß ein kompletes Bild der Realität aufstellen, ein kompletes System der Produktionsverhaltnisse, muß aufzeigen das die Enteignung und Ausbeutung der Arbeiter Folgen dieses Systems sind, bestirnmt van der akon. Entwicklung"(7).

Eine andere wichtige Frage besteht in der Rolle der praktischen Arbeit in diesem Prozeß. Darüber schreibt Lenin in dem bereits zitierten Text: "Mit der Unterstreichung der theor. Arbeit, ihrer Wichtigkeit, Notwendigkeit und Graße, will ich nicht ausdrücken, das sie in irgendeiner Art und Weise Vorrang vor der praktischen Arbeit hat, oder bis zur Vollendung der Theorie zurückgestellt werden sollo Zu solch eine Schlußfolgerung können nur die Anhanger des utopischen Sozialismus kommen. Vorausgesetzt man geht van der Annahme aus, das die Aufgabe der Sozialisten clarín besteht 'andere (nicht reale) Wege' der Entwicklung der Länder zu suchen, dann ist es natürlich das die prakt. Arbeit erst ausgeführt werden kann wenn genial e Philosophen diese 'anderen Wege' endecken und aufzeigen [...] Auf andere Weise stellt sich das Problem wenn die Aufgabe der Sozialdemokraten darin besteht, die ideologischen Führer der Arbeiter in ihrem Kampf gegen die waren und reellen Feinde zu sein. Unter diesen Bedingungen verschmilzt die theoretische und die praktische Arbeit zu einer einzigen Arbeit, die der graße deutsche Sozialdemokrat Karl Liebknecht folgendermasen definiert hat: 'Studieren, Probagandieren, Organisieren'"(8).

Es giebt keinen Zweifel daran, das man sich an die Massen wenden muß, im speziellen an die am weitesten entwickelten Manner und Frauen, um ihre Unterstützung zu erhalten, um ihnen das politische Bewusstsein des Kampfes zu geben, ihnen zu helfen sich unabhangig vom Bürgertum zu organisieren und van ihnen zu lernen. So sind wir vorgegangen. Wir sind einer "Richtlinie der Massen" gefolgt, geleitet von Marxismus-Leninismus, einer Richtlinie der Massen angepasst an unsere Bedingungen, an ein Land mit einer kap. Okonomie und was vor allem van einer faschistischen Diktatur des Großkaptials dominiert wird. Unter diesen Bedingungen konnten wir nicht van Anfang an der Lehre "von den Massen zu den Massen" folgen, aus dem einfachen Grund, weil wir bevor wir uns an die Massen wenden kannen, müßen wir wissen was in ihnen zu tun ist. Und das ist etwas was uns die Massen, verangstigt vom Faschismus und fehlgeleitet vom Revisionismus, uns nicht mitteilen konnten. So waren wir es, aufbauend auf den Marxismus-Leninismus und dem Studium der konkreten Situation in Spanien, die ermitteln mußten was zu ron ist. Und um dieses zu tun mußten wir uns vor allem organisieren, unsere Krafte zusammenfassen und uns einigen, um der mit Arbeit beginnen zu konnen. Dieser Prozeß konnte nicht ohne die Überwindung einiger Schwierigkeiten und Kämpfen in den eigenen Reihen durchgeführt werden und welche im selben Moment erlaubte uns zu starken und unsere Ideen zu klaren.

Also gut, wie wir aufgezeigt haben, unsere Erfahrung weist in klarer Weise die Meinung der Spontatlisten zurück, das es unter allen Umstiinden und Bedingungen die Massen sind die die Richtung angeben der eine komrn. Organisation zu folgen hato Es scheint so, das die Spontanisten nicht bergreifen konnen, das der Marxismus nichts mit dieser Art der "Richtlinie der Massen" zu tun hat und das es die Aufgabe der Kommunisten ist, van Marx bis Mao, die Einheit der Massen mit dem Marxismus-Leninismus herzustellen, wenn auch nicht in der Form wie bei ihnen beschrieben. Das heißt, es handelt sich nicht darum den Massen das theor. Wissen (mehr oder weniger allgemein oder abstrakt) zu geben, wahrend wir in der Partei die okon. oder reformistischen Ideen der Massen aufnehn1en, sondem es handelt sich darum in ihnen eine vielschichtige, wahre kommunistische Arbeit, ausgerichtet auf die Anhebung des pol. Bewußtsein und der Verbreitung des Wissens über alle Probleme und Aufgaben der Revolution zu leisten. Für dieses, logischerweise, muß sich die Partei den Massen annahem, sich um ihre Probleme sorgen und van diesen lemen, Schlußfolgerungen aus ihren Kampfen ziehen und diese autbereiten und verbreiten. Für dieses braucht es eine Richtlinie der Massen die nicht mit der "Richtlinie" der Spontanisten verwechselt werden darf.

Die Partei muß van den Massen lemen. Aber das Wissen was wir daraus ziehen ist und wird begrenzt sein. Hier ist in Rechnung zu stellen das, das es die Situation der Arbeiter in der kap. Gesellschaft ihnen nicht ermoglicht auf das Wissen zuzugreifen das sie brauchen um ein Programrn, eine Theorie und eine Strategie aufzustellen. Die Massen konnen nur ein oberflachliches Wissen über die Welt und die Gesellschaft erlangen. Um ein konkretes Bewußtsein zu erreichen, das es ihnen ermoglicht Plane zu schmieden und die Richtlinien der Revolution aufzustellen, fehlt ihnen ein rev. Theorie und Praxis, und diese Theorie ist im Marxismus-Leninismus enthalten und kann nur van außen in die Massen eingebracht werden.

Es ist van hier aus van wo wir Kommunisten ausgehen um mit der Arbeit in den Massen zu beginnen und das Programm, die Strategie die Taktik, sowie die Massenrichtlinien zu entwickeln. Das ist ein Problem der Anpassung jener Prinzipien an die Bedingungen del einzelnen Lander welches nur die komrn. Partei, bewaffi1et mit der, marxistisch-leninistischen Theorie, losen kann. Festhalten an einer anderen Position vemeint nicht nur die Notwendigkeit einer rev. Theorie sondem auch der rev. Prinzipien.

Wo kommen die rev. Ideen her? Wie wir wissen fallen sie nicht vom Hirnmel oder werden wie Galle aus den Kopfen der Menschen ausgeschieden. Sie komrnen aus der Beziehung des Menschen mit der Natur und den Beziehungen zwischen ihnen; oder um es anders auszudrücken, aus der Praxis, aus den drei Grundlegenden Typen del Praxis: del Praxis del Produktion, del pol. Praxis und der wiss. Praxis. Wir legen Nachdruck auf die pol. Praxis, die unser spezielles Handlungsfeld darstellt Die pol. Praxis die wir entwickeln ist eine revolutionaren Praxis aus del unsere Ideen geboren werden. Auch ziehen wir Ideen aus der rev. Massenbewegung und fügen sie in unser Programm ein. Aber die Massen führen auch eine Art del Praxis aus, die nicht imrner revolutionar ist. Es komrnt oft vor, das die Massen sich einer reformistischen oder reaktionaren Politik zuwenden und diese Praxis produziert in ihnen gleichlautende Ideen. Konnen die Ideen eine Quelle der Inspiration und des Wissens für uns darstellen? Hier handelt es sich nicht darum, ob die Massen in einem Moment reformistisch oder reaktionar sind. Diese Sichtweise der Frage ist falsch, was dazu führt, die Schwierigkeiten die die Bewegung durchn1acht zu verdecken, oder die Unfähigkeit del Revolutionare sich an diese Situation anzupassen, die Lehren daraus zu ziehen und voranzuschreiten ohne Zugeständnisse an die Feinde zu machen. In jedem Fall, wir Kommunisten dürfen uns nicht van der allgemeinen Bewegung der Massen mitschleifen lassen. Im Gegenteil, wir müssen uns anstrengen um uns an ihre Spitze zu stellen um sie auf den Weg der Revolution zu führen. Das ist, wie man verstehen kann, nicht moglich wenn wir uns van den veralteten Ideen del Massen "führen" lassen, sondern nur wenn wir mit ihnen eine echte Beziehung auf der Basis des Marxismus-Leninismus aufuauen.

Das ist die Richtlinie der Massen die wir verteidigen, eine Massenrichtlinie angepaßt an andere Bedingungen als die die in China existierten als Mao die Massenrichtlinie der PCCh. formulierte, als, richtig, sich die Masse van hunderten Millionen van Bauern, Soldaten und Arbeitern seit langer Zeit in einem rev. Prozeß befanden, dessen Eigenheiten von den Kommunisten falsch verstanden wurden. Was fehlt ist das Studium der konkreten Situation in China und die Erfahrungen der rey. Massenbewegung um den Dogmatismus und die Fehler des Empirismus zu vermeiden die bis dahin in der Partei vorgeherrscht haben. Aus diesem Grund formulierte Mao die Richtlinien der Massen und erklarte, in Verbindung mit diesen, die marxistische Kenntnisstheorie.

Uns ist diese Unterscheidung besonders wichtig, weil wir uns sonst im Gegensatz dazu gezwungen sehen jede "Massenrichtlinie" und jede "rev. Theorie" zu akzeptieren.

Die Einheit van Theorie und Praxis

Man versteht, das die Praxis die wir entwickeln nicht blind ist, nicht hintern den Massen herläuft, sondern diesen van Anfang an eine vorbestimmte Richtung aufpragt. Auch die theoretische Arbeit wird nicht blind ausgeführt. Die Theorie entsteht aus der Notwendigkeit der Praxis und dient diesen Notwendigkeiten. Aus diesem Grund kann man auch sagen, das die Praxis die Gegenstande des theoretischen Denkens bestimmt. Dieser Prozeß wird ausgeführt mit einer Kombination der m-l Theorie und er konkreten Praxis unserer Revolution, angepaßt an das Entwicklungs- und Bildungsniveau in der sich die organisierte Bewegung befindet. In dieser Phase des Bildungsprozesses, spielt der Marxismus-Leninismus die Hauptrolle als theoretischer Faktor, wahrend die Verbindung die die Organisation mit der Realitat des Landes und dem Kampf der Massen eingeht den empirischen Faktor darstellt; oder um es anders auszudrücken, die komm. Organisation geht nicht nur vom "gefuhlsmaßigen" Wissen aus, auch begrenzt sie sich nicht auf das "rationelle" Wissen, welches die Erkenntnis darstellt, das die Massen von den ökon. und sozialen Phanomenen haben. Die Organisation kann nicht, in dieser ersten Phase, das Limit der allg. Gesetze und abstrakten Ideen, die alle Lander betreffen, überschreiten.

Van hier aus stellt sich die Notwendigkeit die konkreten Bedingungen der einzelnen Lander zu untersuchen um herauszufinden welche Gestalt diese Gesetze annehmen. Aus dem selben Grund kann dieser Proze6 nicht in zwei Teile gespalten werden: einen "Sinnlichen" und einen Rationalen. Wenn wir die Zweiteilung dieses Prozesses voraussetzen verschlie6en wir uns van Anfang an den theoretischen Aspekt, es führt dazu die bereits erworbenen Kenntnisse nicht in Betracht zu ziehen, sondern nur die "gefuhlsmaßig" erworbenen. Das ist wie ins Mittelalter zurückzugehen um zu erfahren das die Erde nicht das Zentrum des Universums ist und sich die Sonne nicht um die Erde dreht. Diese Frage, wie man verstehen kann ist van größten Interesse, weil sie direkt die marx. Kenntnisstheorie betrifft, welche einige sog. "Maoisten" verdrehen wollen, zum einem auf der Basis welche sie als sog. "Massenrichtlinie" bezeichnen oder weil sie mehr oder weniger direkt den Marxismus-Leninismus in einer Serie van Frage verneinen, welche nach ihrer Meinung in der "3. Phase" mit den Gedanken van Mao gelöst wurden. Mao ist weit entfernt van diese neuen "Auslegung" die sie ihm zurechnen. Aber wir müssen zugeben das die Ausarbeitung dieses Problems in seinen Texten zu der erwahnten Auslegung einladt. Mao schrieb: "Am Anfang ist das Wissen sensorisch. Mit der Ansammlung van genügend sensorischen Wissen ergibt sich ein Sprung zum rationalen Denken, anders gesagt, zu den Ideen. Das ist ein Denkprozeß. Das ist die erste Etappe des Denkprozesses, welcher von der objektiven Materie zum subjektiven Bewußtsein führt, zur Existenz der Ideen (...) Spater kommt die zweite Etappe des Denkprozesses: die Etappe welche vom Bewußtsein zur Materie, von den Ideen zur Existenz führt., eine Etappe in welcher sie das Wissen was sie in der ersten Etappe erworben haben auf die soziale Praxis anwenden um zu sehen ob diese Theorien Plane oder Maßnahmen zu den erwarteten Ergebnissen führen"(9).

Diese Theorie von Mao, die wir gerade aufgeführt haben, übersetzt in die Sprache und Ideen, der "Maoisten" oder Verfechter der "3.Etappe", sagt folgendes aus: zuerst erwerben die Massen "sensorisches" Wissen auf der Basis der Praxis des ökon. Kampfes, um nur nach der Anhaufung dieses Wissens mit einem Sprung zum rationalen Denken und dem pol. Kampf zu gelangen. Und uns, den Kommunisten, steht nur die Aufgabe zu, das von den Massen erworbenen Wissen zu sammeln und zu verarbeiten.

Wie wir sehen, das ist das selbe Konzept des Okonomismus welches Lenin an den Spontanisten kritisierte, welche auf die Partei, den Marxismus, das Bewusstseinselement verzichten, um hinter den Massen herzugehen oder mit ihnen eine Politik zu machen, die voraussetzt das die Arbeiter "nicht genug vorbereitet sind und nur das verstehen was ökon erreichbare Ergebnisse bringt". Dieser Konzept, das den Denkprozeß in zwei Phasen aufteilt, einen ersten "Gefühlsmaßigen" welcher mit einem "großen Sprung" in eine zweiten rationalen übergeht, ist welches wir aus den angeführten Gründen in Frage stellen. Laut dem Marxismus-Leninismus, das "Gefühlsmaßige" und das "Rationale" stellen eine Einheit dar und aus diesem Grund kann man sie nicht in zWei Phasen des Denkprozesses aufteilen, es sind zwei Faktoren des ein und dem selben Denkprozesses, die sich erganzen, sich beeinflussen sich gegenseitig in ihrer Weiterentwicklung wiedersprechen. Hier, das ist klar, beziehen wir uns nicht auf die Herkunft des menschlichen Wissens in welchen (auf das bezieht sich Mao) sich zwei Etappen erkennen lassen, uns interessiert hier nicht das phil. Problem der "Identitat des Sein", der existierenden Verbindung zwischen der Materie und dem Bewußtsein, dem Problem der Existenz der real en Welt und der Wiederspiegelung im Denken der Menschen durch die Gefühle. Wenn sich diese Frage nach der Herkunft oder der Quelle des Wissens stellt -und nicht seiner Entwicklung- bleibt kein Zweifel daran (am wenigsten für einen Marxisten), das die gefühlsmaßigen Wiederspiegelungen die uns die Sinne zuführen, vor dem Denken, vor den Ideen kommen. Eine andere Meinung anzunehmen führt uns auf die Linie der Ideologie oder der "Spiritualitat". Aber wenn wir von "politischen Prinzipien", Planen und Maßnahmen reden, setzen wir eine Phase der Erkenntnis über die soziale Entwicklung voraus, welche den gesamten Zeitraum seit der frühesten Epoche der Menschheit, fast zoologisch, einschließt. Wir gehen von einem angesammelten Wissen aus, welche die gesamten Erfahrungen der Menschheit auf ihrem Weg zum Kommunismus einschließt. Diese Wissen ist im Marxismus-Leninismus enthalten und vermehrt sich standig, wird reicher mit den neuen Beitragen aus der Theorie und der praktischen Erfahrung die uDS die Arbeiterbewegung zur Verrugung stellt, so das wir nicht von den gefühlsmaßigen Erfahrungen ausgehen müssen. Es reicht das Studium dieses Wissen um die bewußte rev. Praxis an die Bedingen in unserem Land anzupassen. Diese Integration der allg. Theorie in die konkrete Praxis unserer Revolution formt die Einheit von Theorie und Praxis, der rationalen und empirisch-sensorischen Theorie, und die Eigenart besteht nicht darin das sich die eine aus der anderen Entwickelt, sondem das beide an dem selben Prozeß teilnehmen.

Von den zwei Phasen, der rationalen und der sensorischen, haben immer die revisionistischen sowjetischen Schriftsteller geredet, welche außerdem das Gefühlsmaßige mit dem Empirischen und das Rationelle mit dem Theoretischen verwechselt haben. Dieses Konzept ist aus unserer Sicht falsch, weil es sich um zwei verschiedene Gesetze des Erkenntnissprozeßes handelt.

Für den dialektischen Materialismus, die Einheit zwischen dem Sinnlichen und dem Rationalen ist eine Konstante in der Geschichte der Entwicklung des Denkens, welche in dem Moment begann, als das Tier zum Menschen wurde und von der Sprache gebrauch machte. Die Wörter, wie man weis, sind die Einheiten des Denkens und drücken die Einheit zwischen dem Sinnlichen und dem Rationalen aus, im Gegensatz zum Theoretischen und Empirischen, die eine andere Phase darstellen, gleichwohl sie mit den vorher Aufgeführten in dialektischer Weise verknüpft sind; so gesagt, ihre Verbindung ist nicht stabil, sie tauschen ihre Platze auf der Basis des mehr oder weniger entwickelten Wissens aus. So ist es wie sich die Erkenntnis weiterentwickelt. Es ist in diesem Prozeß des Austauschs, mit dem Schritt vom Sinnlich- Rationalen zum Theoretisch-Empirischen und umgekehrt, wo man die zwei Phasen beobachten und von einem Sprung sprechen kann. In der ersten Phase existiert Deben dem Sinnlichen das Rationale, wenn auch das letztgenannte in untergeordneter Rolle zum ersten steht. In der zweiten Phase existiert auch das Sinnliche, wenn auch in geringerem Maße und untergeordnet unter das Rationale. Die Verbindung zwischen den zwei Phasen stellt die Praxis dar. Es ist mit Hilfe der Praxis, im Prozeß der Formung der realen Welt, wenn sich der Sprung von einer Phase zur anderen vollzieht. Aber das Charakteristische dieses Sprungs besteht nicht darin das die Praxis die Realitat verandert {die Praxis ist Teil des Erkenntnissprozeßes, aber nicht des Bewußtseins), sondem erlaubt das sich das theor. Denken "emporhebt" oder "unabhängig" vom Sinnlichen macht und auch, bis zu einem gewissen Grad, vom Rationalen, das auf ein größeres Wissen über die Realitat zugreifen kann. In jedem Fall, das theor. Denken trennt sich nie komplett van der objektiven Welt und der Praxis und muß immer zu ihnen zurückkehren um die Ergebnisse zu überprüfen. Das ist der Sprung den Lenin auf die folgende Weise beschreibt: "vom lebendigen Staunen zum abstrakten Denken und van dem zur Praxis". Die abstrakten Wissen übertrifft bei weitem das rationale oder empirische Denken. Auch die rev. Praxis übertrifft jede Art der Praxis die nicht an einer Theorie orientiert ist. Sicher, es handelt sich hier nicht darum die Theorie vor die Praxis zu stellen, sondem ihre verschiedenen Funktionen aufzuzeigen. Die Praxis steht immer über der Theorie, wie sehr auch die Idealisten versuchen das Gegenteil "zu beweisen".

Das Sinnliche und Rationale ist identisch. Jedes spielt eine andere Rolle im Kenntnissprozeß und befindet sich auf einem anderem Niveau. Das selbe kann man über das Rationale und Theoretische sagen. Die Theorie spielt eine andere Rolle und befindet sich auf einem höherem Niveau. Auf diese Weise, wenn das rationale Denken (der sog. Gesunde Menschenverstand) nicht ausreicht, kommt das theor. Denken ins Spiel, die Fahigkeit der Menschen zur Abstraktion. Lenin führte an das "die Vorstellung kann nicht die Bewegung in ihrer Gesamtheit auflösen kann. Zum Beispiel, die Bewegung mil Lichtgeschwindigkeit kann nicht mit den Sinnen erfaßt werden, aber die Erkenntnis muß und kann sie begreifen"(10).

Es ist dieser Typ der "Unabhangigkeit" des Wissens, in Bezug auf das Bild oder das emp. Wissen, auf das wir uns beziehen. So ist es wie sich der Übergang oder der Sprung des Empirischen zum Theoretischen vollzieht und das Ergebnis ist ein qualitativer Wechsel in der koknistischen Wiederspiegelung. Nur in dieser Forro kann das Wissen alle Gesetze und Eigenschaften der Phanomene aufnehmen, van denen einige sich nicht mit den Sinnesorganen erfassen lassen und im Empirischen wiederspiegeln.

Aus diesem Grund können wie sagen das nicht jede Erkenntnis aus der Praxis oder der direkten Beobachtung ersteht.

Bringen wir einige Beispiele der "wiss. Praxis". 1st nicht "Das Kapital" van Marx eine wiss. Arbeit? Und ist seine Entwicklung möglich ohne das dialektische Denken, nur aufbauend auf die Daten die das emp. Wissen zur Verfügung stellt, möglich? Wie konnte Marx die ökon. Kategorien aufstellen und aufbauend auf diese das Gesetz vom Mehrwert und andere Gesetze der ökon. Entwicklung? Waren etwa diese Gesetze direkt sichtbar, konnte man sie messen und wiegen? Vieles mehr laßt sich über die Ideen und Konzepte der Entwicklung des Klassenkampfes und dem Aufbau des Kommunismus van Marx und Engels sagen. Vorher existierte ein rationales, empirisches, oberflachliches Wissen des Klassenkampfes und einige sozialistische, utopische Ideen, die nicht auf der Basis des Studium der ökon. Gesetze aufbauen. Marx war in der Lage diese verstreuten Ideen aufzunehmen, sie zu analysieren und ihnen die richtige, echte wissenschaftliche Richtung zu geben, was ihm erlaubte die unausweichlichen Entwicklungen vorauszusehen, welche damals, mehr als heute, noch nicht abzusehen waren. Aber können wir die Richtigkeit der Voraussichten, Analysen und Voraussagen in Frage stellen? In diesem Fall, wie interpretieren wir die Krisis des kap. Systems, die imperialistischen Kriege, die sozialistischen Revolutionen und die Kampfe der nationalen Befreiung die sich in diesem Jahrhundert vollzogen haben, das Niveau des Klassenkampfes usw.? Wohin kann das führen, wie ist das Endergebnis dieser Entwicklung der Wiedersprüche und Kampfe, dieses "Chaos", wenn nicht zur Einführung der Diktatur des Proletariats und dem Sieg der saz. und kornm. Revolution in allen Landern? Und das alles ist richtig, auch wenn wir das heute noch nicht sehen können und die "Praxis" scheinbar bewiesen hat das Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao zusarnmen mit allen anderen Kommunisten dieser Welt sich geirrt haben.

[fortsetzung]

Quellen:

l. F.Engels "Vom utopischen Sozialismus zum realen Sozialismus"
2. K.Marx und F. Engels "Das Manifest der Kommunistischen Partei"
3. Lenin "Was tun?"
4. K. Kautsky zitiert von Lenin in "Was tun?"
5. Lenin "Was tun?"
6. Mao Zedong "Einige Fragen über die Methoden der Führung"
7. Lenin "Wer sind die 'Freunde des Volkes' und wie kampfen sie gegen die Sozialdemokraten"
8. Lenin "Wer sind die 'Freunde des Volkes' und wie kampfen sie gegen die Sozialdemokraten"
9. Mao Zedong "Woher kommen die Ideen"
10. Lenin Komplette Werke Band 38